Haiti: Hurrikan Matthew fordert 1000 Menschenleben

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Eine Frau überquert eine schlammige Straße in Port-au-Prince, nachdem Matthew Haiti mit voller Wucht getroffen hat (Foto: UN/MINUSTAH/Logan Abassi)

Port-au-Prince, 10. Oktober 2016 – Die Schreckensmeldungen aus Haiti überschlagen sich: Die Zahl der Toten ist auf 1000 gestiegen. Auch in den USA hat Hurrikan Matthew eine Spur der Zerstörung hinterlassen und mindestens elf Menschen in den Tod gerissen.

Ausgerechnet Haiti, das Armenhaus Lateinamerikas, hat Wirbelsturm Matthew am schlimmsten getroffen. Wie lokale Behörden am Montag mitteilten, ist die Zahl der Toten auf 1000 gestiegen. Die Leichen würden teilweise in Massengräbern bestattet. Weite Teile vor allem im Süden und Westen der Karibikinsel seien zerstört. Die Gesundheitsbehörden befürchten auch einen Anstieg an Cholera-Erkrankungen, weil es an sauberem Trinkwasser mangelt.

Haiti ist vom Hurrikan besonders stark betroffen, die Karibikinsel hat sich noch immer nicht vom verheerenden Erdbeben vor sechs Jahren erholt. Dabei verloren im Oktober 2012 200.000 Menschen ihr Leben, Zehntausende Menschen hausen auch jetzt noch in Zelten und Notunterkünften, die Matthew mit seinen 230 Stundenkilometern einfach wegfegte.

Wegen des Hurrikans wurde die Präsidentenwahl am vergangenen Sonntag abgesagt. Das bitterarme Haiti ist auch politisch weiter äußerst instabil. Die Übergangsregierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Auch die Südostküste der USA wurde mit mindestens elf Toten schwer getroffen, wenn auch im Vergleich zu Haiti weit weniger schlimm. Die Todesopfer wurden in den Bundesstaaten Georgia, North Carolina und Florida gemeldet. Matthew brachte Starkregen und hohe Wellen, die Überschwemmungen bis 160 Kilometer ins Land hinein verursachten.

Mit einer Stärke von 220 Stundenkilometern war Matthew am Freitag nördlich von Charleston im Bundesstaat South Carolina auf Land, schwächte sich aber auf seinem Weg nordwärts deutlich ab. Die befürchtete Katastrophe ist in den USA ausgeblieben, das Ausmaß des Sturms war weit weniger schlimm als befürchtet. Tage vor der Ankunft des Hurrikans Matthew wurden über zwei Millionen US-Amerikaner zwangsevakuiert. Es handelte sich um die größte Massenevakuierung seit Wirbelsturm Sandy im Oktober 2012. Die Betroffenen sollen noch bis mindestens diesen Montag in ihren Notunterkünften bleiben.  (dmz/sw/hl)

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