Venezuela will Gold verkaufen: Opposition appelliert an Deutsche Bank

Goldbarren pixelio

Der Verkauf von Gold ist für die venezolanische Regierung eine Notlösung, um an Devisen zu kommen (Foto: Rike  / pixelio.de)

Caracas, 24. April 2017 - Venezuelas Opposition hat die Deutsche Bank vor einem Goldgeschäft mit der sozialistischen Regierung des Krisenlandes gewarnt. Veneyuela braucht dringend frische Devisen. Laut Berichten gab es bereits 2016 immer wieder sogenannte Swap-Geschäfte, bei denen die Zentralbank einer anderen Bank Goldreserven für eine bestimmte Zeit leiht und dafür Devisen erhält.

In einem Brief von Parlamentspräsident Julio Borges an Deutsche-Bank-Chef John Cryan, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, fordert Borges, das Geschäft nicht einzugehen, da Präsident Nicolás Maduro eine Diktatur errichte. Die Bank unterstütze sonst eine Regierung mit „Verbindungen zum Drogenhandel und internationalen Terrorismus“.

Venezuela wird von einer schweren Staatskrise und einem blutigen Machtkampf erschüttert, der zuletzt mehrere Tote gefordert hat. Das Land leidet unter einer gravierenden Wirtschaftskrise, bedingt unter anderem durch den Ölpreisverfall. Rund  95 Prozent der Staatseinnahmen kommen aus dem Ölverkauf. Das Goldgeschäft wird deshalb als Notlösung angesehen.

Unter dem 2013 verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez wurden die Goldreserven heimgeholt, seit 2015 hat Venezuela aber angeblich bereits weit über die Hälfte seiner einst 361 Tonnen Gold verkauft oder verpfändet - es wurde zum wohl größten Goldverkäufer der Welt. Die Zentralbank beziffert den Wert der noch vorhandenen Reserven nach Angaben des Portals „El Nacional“ auf 7,727 Milliarden US-Dollar.

Weil die Regierung die Wirtschaft ruiniert habe, setze sie für den Machterhalt auf ein Gold-Swap-Geschäft, um Dollar-Reserven zu bekommen. Wegen der Bedienung der Auslandschulden und der höchsten Inflation der Welt hat das Land kaum noch Rücklagen, um Medikamente und Lebensmittel einzuführen - die Versorgungskrise ist dramatisch.

„Dieses diktatorische System hat ein stark interventionistisches, korruptes und ineffizientes Wirtschaftsmodell etabliert, das das produzierende Gewerbe und die nationale Ölindustrie zerstört hat“, schreibt Borges in dem Brief an die Deutsche Bank. Als weitere Argumente gegen das Goldgeschäft mit Venezuela nannte er die  Menschenrechtsverletzungen und die zeitweise Entmachtung das Parlaments. (dmz/hl mit Material von dpa)

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