Deutschlandjahr in Mexiko: 12 Monate voller Höhepunkte

 

06 04 Maiworm Deutschlandjahr

Der Leiter des Goethe-Instituts in Mexiko, Reinhard Maiworm, bei der Präsentation des dualen Jahrs Deutschland-Mexiko im Munal in Mexiko-Stadt (Foto: Herdis Lüke)

Von Herdis Lüke

Mexiko-Stadt, 12. April 2016 – Ein Land mit seinen unzähligen Facetten zu präsentieren, ist eine Mammutaufgabe. Die Organisatoren des Deutschlandjahres in Mexiko haben ein Programm aufgestellt, das seinesgleichen sucht. Mehr als 1000 Veranstaltungen zu Kultur, Wissenschaft, Bildung, Innovation und Nachhaltigkeit sollen tiefe Einblicke ins moderne Deutschland geben.

In Deutschland ist bereits am Montag offiziell das Mexikojahr von Präsident Enrique Peña Nieto und Bundespräsident Joachim Gauck mit der großen Maya-Ausstellung im Gropius-Bau in Berlin eröffnet worden.

Das Mexikojahr in Deutschland soll der deutschen Bevölkerung die mexikanische Vielfalt in Kultur und Gesellschaft näherbringen. „Das Año Dual ist schon  für sich genommen ein Zeichen und Ergebnis der Allianz für die Zukunft, die auch im gemeinsamen Motto von Deutschen und Mexikanern steht – und die nicht zuletzt im gemeinsamen Logo des Mexikojahres und des Deutschlandjahres zum Ausdruck kommt“, unterstrich Botschafter Viktor Elbling bei der offiziellen Vorstellung des dualen Jahres in Mexiko-Stadt.

Das Deutschlandjahr in Mexiko wird offiziell am 6. Juni von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mit einem Konzert im Palast der Schönen Künste in Mexiko-Stadt eröffnet.  Unter dem Taktstock  von Mexikos Stardirigentin Alondra de la Parra spielen das Bundesjugendorchester und sein mexikanisches Pendant, das Orquesta de la  Escuela Carlos Chávez, Werke von deutschen und mexikanischen Komponisten.  Zuvor wird Steinmeier den Deutschen Pavillon im Parque Río de Janeiro in der Colonia Roma Norte einweihen.

Am späteren Abend, nach dem Eröffnungskonzert,  kommt  gegen 22:30 gleich das nächste Highlight:  Der Bundesaußenminister und seine Delegation eröffnen das PLATOON HUB MEXICO mit einer CREATIVE NIGHT. Von Juni bis November 2016 präsentiert sich das internationale PLATOON-Netzwerk durch unterschiedliche Projekte und Formate, darunter Kunst, Design, elektronische Musik, Mode, Film, Performance, Street Art, Makers

Movement, Art&Technology und Clubkultur. In Koordination mit dem Auswärtigen Amt und dem Goethe-Institut Mexiko präsentiert PLATOON im Rahmen einer kreativen Party erste Kollaborationen zwischen deutschen und mexikanischen Kreativschaffenden.

Deutschland wird sich außer in Mexiko-Stadt mit zahlreichen Veranstaltungen auch in Tijuana, Oaxaca, Guadalajara, Puebla, Veracruz, Mérida, Morelia, Querétaro, Toluca, San Luis Potosí, Guanajuato und Monterrey zeigen. Neben Ausstellungen, Tanz- und Theatervorführungen, Konzerten, Workshops, Konferenzen und Symposien wird Anfang 2017 eine mobile „PopUp Tour“ weitere Orte besuchen.

Zu einem der  kulturellen Höhepunkte des Deutschlandjahres gehört die Werkschau “Otto Dix. Gewalt und Leidenschaft“. Die Retrospektive  des großen deutschen Malers (1891-1969) ist vom 16. Juni bis 18. September  2016 im Museo de Arte Contemporáneo in Monterrey und anschließend vom 11. Oktober bis 15. Januar 2017 im Museo Nacional in Mexiko-Stadt  zu sehen. Mit über 150 Gemälden und Papierarbeiten vom Ersten Weltkrieg über die „Goldenen Zwanziger“ bis zum Neoexpressionismus nach 1945 bietet die erste Ausstellung von Otto Dix in Mexiko einen umfassenden Einblick in sein Gesamtwerk.

Innovationen und Wissenschaft auf der Expo Alemana

Auf der Industriemesse „Hecho en Alemania“ vom 15. bis 19. Juni im World Trade Center in Mexiko-Stadt werden mehr als 60 namhafte  in Mexiko ansässige deutsche Unternehmen ihre Innovationen zeigen. Zu einem Publikumsmagneten dürfte der „Science Tunnel“ der Max-Planck-Gesellschaft werden, in dem die Megatrends der Wissenschaft des 21. Jahrhunderts präsentiert werden.

Mobilität – mehr als Bewegung von A nach B

Dem übergreifenden Aspekt der Mobilität  wird eine eigene Themenwoche gewidmet. Denn Mobilität beschränkt sich nicht darauf, von A nach B zu kommen. „Mobilität bedeutet, Meere und Grenzen zu überwinden. Mobilität baut Orte, Städte, globale Räume, prägt Gesellschaften und Mobilität weckt Träume: vom Weggehen, vom Ankommen, vom Aufstieg. Mobilität beschreibt Bewegungen von Körpern, Dingen und Zeichen in einer globalisierten Welt, die größer und kleiner zugleich wird“, erklärte dazu Reinhard Maiworm, Leiter des Goethe-Instituts als Projektleiter des Deutschlandjahres.

Aber gerade die Mobilität von A nach B dürfte mit dem Workshop „Visionen städtischer Mobilität“ des an der FU Berlin lehrenden mexikanischen Professors für Intelligente Systeme und Robotik, Raúl Rojas, besonders viele Besucher locken. Gemeinsam mit mexikanischen Universitäten treibt Rojas die Entwicklung autonom gesteuerter Autos voran. Seit 2011 baut Rojas autonom gesteuerte Fahrzeuge. Auf dem Programm stehen nicht nur Vorlesungen, auch eine Rallye ist Teil des Projekts.

Deutsch lernen – mal ganz anders

Das Thema Bildung nimmt natürlich auch einen breiten Raum ein. Zwei angehende YouTube-Stars werden zu Botschaftern für Deutsch als Fremdsprache. Ab Juni gehen die beiden ohne deutsche Vorkenntnisse auf eine Reise quer durch die deutsche Sprachlandschaft in Mexiko, zum Beispiel zur Sprachschule von Volkswagen in Puebla, zu den Mennoniten in Chihuahua oder ans Goethe-Institut. In dem Selbstversuch wollen die beiden entdecken und beweisen, wie man auch abseits eines klassischen Deutschkurses die Sprache erlernen kann. Zu Hilfe nehmen sie dabei innovative Deutsch-Apps, die sie in ihren Videos vorstellen.

Eine Plattform für den Austausch zwischen Experten aus Mexiko und Deutschland soll das Symposium „Duale Berufsausbildung in Mexiko“ bieten. Diskutiert werden soll dabei, inwieweit die in Deutschland mit der Dualen Ausbildung gemachten Erfahrungen auf Mexiko übertragen werden können und wie diese Art der Ausbildung dem Facharbeitermangel entgegenwirken und somit zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum Mexikos beitragen kann, erklärte dazu der deutsche Botschafter Viktor Elbling.  

Fonds für individuelle Projekte

Auch Organisationen und Einzelpersonen der mexikanischen Zivilgesellschaft können sich im Deutschlandjahr engagieren. Über einen eigenen Fonds werden Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten, von Forschung über Kunst und Mobilität bis hin zu sozialer Gerechtigkeit, gefördert. Informationen dazu gibt es direkt beim Goethe-Institut.

Das Deutschlandjahr in Mexiko ist eine Initiative der Bundesregierung, die vom Auswärtigen Amt koordiniert wird. Das Goethe-Institut ist mit der Projektleitung betraut. Weitere Projektpartner sind der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Zusammenarbeit in Mexiko, die Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer (CAMEXA) und die Kulturstiftung der Deutschen Industrie. Zahlreiche Partner aus der Wirtschaft, allen voran BASF, Bayer, BOSCH und Mercedes-Benz unterstützen das Deutschlandjahr.

Alle Informationen zum Deutschlandjahr finden Sie hier, außerdem auf Facebook und Twitter. (dmz/hl)

A huge collection of 3400+ free website templates, WP themes and more http://jartheme.com/ at the biggest community-driven free web design site.