Mexico City: eine der lebenswertesten Städte weltweit für junge Leute – aber...

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Der moderne Stadtteil Santa Fe  im Westen von Mexiko-Stadt – für die einen sehr schick und hipp, für andere seelenlos (Foto: youtube)

Von Herdis Lüke

Mexiko-Stadt, 13. Juli 2016 – Mexiko-Stadt ist bei jungen Leuten zwischen 15 und 29 Jahren äußerst beliebt. Im internationalen Ranking von YouthfulCities steht die mexikanische Hauptstadt an neunter Stelle – noch vor Amsterdam. Für die Stadtväter bedeutet das aber keinen Grund zum Ausruhen.

Für das 2013 gegründete Ranking werden jeweils 10.000 so genannte Millennials - wie die Generation der zwischen 1974 und und 1995 Geborenen bezeichnet wird - in 55 Städten weltweit danach befragt, was aus ihrer Sicht ihre Stadt lebenswert macht. Aufgeteilt in die Hauptkriterien Leben, Arbeiten und Freizeit, werden mehr als 100 Kriterien hinterfragt. In der Sparte Leben geht es um Aspekte wie Umwelt, Sicherheit, Mobilität und Transport, Gesundheit und Internet, während unter Arbeiten unter anderem das Angebot an Arbeitsplätzen, Bildungsmöglichkeiten, Unternehmertum und die Preisverhältnisse bewertet werden. Im Bereich Freizeit geht es um Angebote an Musik und Kino, Sport, Mode und öffentlicher Raum.

Jedem Attribut werden gewisse Werte zugewiesen und den Städten dementsprechend ein Punktwert von null bis höchstens 1630.

Als wichtig stuften die Millennials auch ihre Integrierung in die Entscheidungsfindung über die Planung ihrer Städte ein. Ihre Vorschläge würden bisher von den Stadtregierungen bisher nur wenig berücksicht, stellt YouthfulCities fest.

Schwachpunkt in Mexiko-Stadt: Bevorzung des Autos

Mexiko-Stadt hat gerade für junge Leute viel zu bieten. Das Angebot an Konzerten und Festivals, die speziell auf die Jugend zugeschnitten sind, ist riesig. Auch als Sport-Stadt kann sich die Millionen-Metropole durchaus mit anderen Weltstädten messen. Und die Möglichkeiten, sich abends zu amüsieren, sind vielseitig und passend für jeden Geldbeutel.

Dennoch bleibt den zukünftigen Regierungen des Stadtstaats noch sehr viel zu tun – ganz besonders im Bereich öffentlicher Nahverkehr. Die jahrzehntelange Bevorzugung des privaten Autoverkehrs – selbst von Seiten der linken und „ökologisch bewussten“ Stadtregierungen der vergangenen Jahre – hat teilweise zu schwerwiegenden sozialen und umweltbedingten Konsequenzen geführt.

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Ein krasses Beispiel für fatale Verkehrs- und Stadtplanung ist die Av. Zaragoza im Osten von Meyiko-Stadt, die zur Autobahn nach Puebla führt (Foto. Herdis Lüke)

So haben die mehrspurigen und mehrstöckigen Verkehrsachsen und Drehkreuze ganze Stadtteile auseinandergerissen, soziale Brennpunkte geschaffen und so das traditionelle Miteinander von Nachbarschaften an vielen Orten in der Stadt unmöglich gemacht. Auf der einen Seite wurden Viertel gentrifiziert und trendy aufgemotzt, auf der gegenüberliegenden Seite ihrem Schicksal überlassen und so zu Armenvierteln gemacht.

Beispiele gibt es dafür viele: Circuito Bicentenario, Periferico Norte und Sur, Viaducto Bicentenario, Av. Constituyentes, Observatorio, Patriotismo, Fray Servando Teresa y Mier, die Verteiler San Antonio und Eje 10, Eje 1 Norte, Av. Zaragoza und der zweite Stock der Ausfahrt nach Cuernavaca, der gerade gebaut wird. Ein Paradebeispiel für urbane Planung, wie sie nicht sein sollte. Von der Umweltverschmutzung durch die rund fünf Millionen in der Metropolregion gemeldeten Fahrzeuge und den damit verbundenen gesundheitlichen Einbußen für die Bevölkerung und Kosten für das Gesundheitswesen mal ganz abgesehen.

In Mexiko-Stadt hat sich in den letzten Jahren vieles zum Guten hin verändert – dazu gehören die Einführung des Fahrradverleihs Ecobici, neue Radfahrwege, Fußgängerzonen,  Miniparks, Metrobus-Linien und Metrolinien sowie Vorotzüge sowie eine peppige und nachhaltige Architektur. Nun wollen zwei Jungunternehmer die hässlichen Säulen, die den zweiten Stock des Periférico tragen, vertikal begrünen. Damit werden die Bausünden der Vergangenheit zwar nicht rückgängig gemacht, aber zumindest werden sie etwas ansehnlicher.

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"Vertikale Gärten" nennt sich das Konzept, mit denen die hässlichen Säulen des Periféricos begrünt und die Stadt ansehnlicher gemacht werden soll (Foto:  viaverde)

2013 ins Leben gerufen, werden für das Ranking jedes Jahr jeweils 10.000 so genannte Millennials - wie die Generation der zwischen 1974 und und 1995 Geborenen bezeichnet wird - in 55 Städten weltweit danach befragt, was aus ihrer Sicht ihre Stadt lebenswert macht. Aufgeteilt in die Hauptkategorien Leben, Arbeiten und Freizeit, werden mehr als 100 Kriterien hinterfragt. In der Sparte Leben geht es um Aspekte wie Umwelt, Sicherheit, Mobilität und Transport, Gesundheit und Internet, während unter Arbeiten unter anderem das Angebot an Arbeitsplätzen, Bildungsmöglichkeiten, Unternehmertum und die Preisverhältnisse bewertet werden. Im Bereich Freizeit geht es um Angebote an Musik und Kino, Sport, Mode und öffentlicher Raum.

Auf dem ersten Platz der Top Ten-Städte für Millennials steht New York. Der Big Apple vereint 1024,12 Punkte auf sich, gefolgt von London (1001,46), Berlin (924,37) San Francisco (915,93), Paris (886,59), Toronto (874,84), Chicago (874,25), Los Angeles (871,44). Auf Mexiko-Stadt entfallen 860,42 und dicht darauf gefolgt Amsterdam mit 858. 79 Punkten.

Für das Netzwerk YouthfulCities arbeiten etwa 500 junge Leute unter 30, die jedes Jahr die Daten weltweit sammeln. Diese werden anschließend analysiert und dienen als Grundlage für einen Aktionskatalog, der den Stadtregierungen als Planungshilfe dienen soll. (dmz/hl)

 

 

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