Lizenz zum Mitreden: Hilfe für den „Spectre“-Smalltalk

SPECTRE Day of the Dead Concept by Gregory Fangeaux, SPECTRE (©2015 Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc., Danjac, LLD and Columbia Pictures, Inc.)

Von Teresa Dapp

London, 28. Oktober 2015 - Keine Zeit, ins Kino zu gehen - aber keine Lust, in der Kantine, in der Kneipe oder auf der Party nur zuzuhören? Bitteschön: Zehn Smalltalk-Bausteine zum neuen Bond-Film “Spectre” fürs Büro, die Supermarktschlange oder die Bushaltestelle.

Schöne Autos und schönere Frauen, Schießereien und Nahkämpfe, viel Action und coole Sprüche, all das ist für 007-Filme Pflicht. “Spectre” ist da keine Ausnahme. Ein Überblick zum Mitreden:

  1. Die spektakulärste Action: Ist gleich die Eingangsszene in - und über - Mexiko-Stadt. Nachdem Bond ein Haus zum Einsturz gebracht und einen Killer durch den gespenstischen Trubel beim “Tag der Toten” verfolgt hat, kämpft er in einem wild trudelnden Hubschrauber über der Menschenmenge. Atemberaubend.
  2. Die rasanteste Verfolgungsjagd:Führt durchs nächtliche Rom. Ein orange-lackierter Jaguar C-X75 jagt einen silbernen Aston Martin DB10 (in dem natürlich Bond sitzt) durch verwinkelte Gassen und über schmale Treppen, die Fahrt endet am - und im - Tiber. “Alles, was Sie sehen, machen wir wirklich”, sagt Stunt-Koordinator Gary Powell. Schön anzusehen ist auch, wie Bond im Flugzeug (!) den Killer Mr. Hinx (Dave Bautista) eine verschneite Piste hinunter verfolgt.
  3. Die unrealistischste Szene: Dass Bond und der auf ihn gehetzte Killer im Nahkampf einen halben Zug auf der Fahrt durch die Wüste demolieren, ohne dass andere Fahrgäste oder Bahnangestellte das auch nur zur Kenntnis nehmen, wundert ein wenig. Und wenn mitten in London ein Gebäude in die Luft fliegt, wäre wohl auch etwas mehr los, als nur ein paar Polizeiautos auf einer Brücke über der Themse.
  4. Bond-Girl Eins: Wenn Léa Seydoux alias Psychologin Madeleine Swann sich beim noblen Dinner mit Bond (im weißen Smoking) einen “schmutzigen” Wodka Martini bestellt, ist klar, was kommt. Das Vorspiel beschränkt sich dann auf ihre verheißungsvolle Frage: “Und was machen wir jetzt?” Swann ist die Tochter des aus früheren Filmen bekannten Mr. White (Jesper Christensen). Sie weiß, was sie will, und kann mit Waffen umgehen. Gerettet werden muss sie trotzdem. Mehrmals.
  5. Bond-Girl Zwei: Eine von Bonds Liebschaften hat ja meist gute Chancen auf einen frühen Tod. Lucia, gespielt von Monica Bellucci, wäre eine Kandidatin. Bond hat sie eigenhändig zur Witwe gemacht. Nach einer heißen Nacht in ihrer römischen Villa kündigt der Agent an, sie von seinem Freund Felix Leiter schützen zu lassen. Noch mal Glück gehabt. Bellucci nennt sich Bond-Lady, nicht Bond-Girl, und ist mit 51 die älteste Liebschaft in der 007-Geschichte.
  6. Schurke Eins:Christoph Waltz' fieses Franz-Oberhauser-Lächeln macht Gänsehaut. “Kuckuck”, grüßt er Bond fröhlich, nachdem dieser sich in ein Treffen der Organisation Spectre eingeschlichen hat. Warum Oberhauser James Bond so hasst, verstehen die Zuschauer auch irgendwann. Und hieß der Spectre-Boss in den früheren Filmen nicht irgendwie anders? So viel sei Insidern verraten: Eine weiße Katze spielt auch mit.
  7. Schurke Zwei:Max Denbigh, Agentenname C, ist ein wahrer Unsympath. Mit Bond hat C wenig zu tun, avanciert aber zum Filmgegner von dessen Boss M (Ralph Fiennes). Denbighs Ziel ist totale und weltweit vernetze Überwachung - Agenten mit der Lizenz zum Töten und ihr technisches Spielzeug hält er für veraltet. Kann man so sehen, sieht M aber anders. Ergebnis: Es nimmt kein gutes Ende mit C.
  8. Das beste Spielzeug aus Qs Werkstatt:Ist diesmal eine Uhr, deren Alarm ziemlich laut ist, wie Q (Ben Whishaw) es formuliert. Unspektakulär, aber im richtigen Moment ziemlich wichtig für 007. Dass explodierende Kugelschreiber nicht mehr zur Agenten-Ausstattung gehören, hat Q ja schon in “Skyfall” deutlich gemacht. Ein Agentenauto hat der MI6-Tüftler diesmal zwar auch wieder gebaut, allerdings ist es gar nicht für James Bond gedacht. Eigentlich.
  9. Der beste Dialog: “Also James, wieso bist du gekommen?”, fragt Oberhauser. “Um dich zu töten”, sagt Bond. “Und ich dachte, du wärst hier, um zu sterben”, säuselt Oberhauser. Bond kühl: ”Alles eine Frage der Perspektive.”
  10. Das Finanzielle: Mit angeblich mehr als 300 Millionen Euro dürfte “Spectre” so teuer gewesen sein wie kein anderer Bond-Film zuvor. Schon die Autos, die beim Dreh draufgingen, waren angeblich mehr als 30 Millionen Euro wert. Zum Glück für die Produzenten gibt es reichlich Sponsoren, und wenn der Film auch nur annähernd so gut läuft wie “Skyfall”, müssen sie sich sowieso keine Sorgen machen. Der spielte rund 1,1 Milliarden US-Dollar (833 Millionen Euro) ein. (dmz/dpa/hl)
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