30. Internationale Buchmesse würdigt künstlerische Identität Lateinamerikas

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Die Internationale Buchmesse in Guadalajara erwartet in diesem Jahr rund 800.000 Besucher (Foto: lapaginadebetobuzali.blogspot.mx)

Guadalajara, 22. November 2016 – Guadalajara als literarischer Nabel der Welt: Zum dreißigsten Mal in Folge lädt die Hauptstadt des zentralwestlichen Bundesstaats Jalisco Literaturschaffende und die breite Öffentlichkeit zur zweitgrößten Buchmesse der Welt ein. Sie beginnt am 26. November. Gastregion der diesjährigen Feria Internacional del Libro (FIL) ist Lateinamerika.

Bis 4. Dezember dreht sich auf dem Messegelände von Guadalajara wieder alles um die Welt des Buches. 800.000 Besucher werden zur 30. Ausgabe der FIL erwartet, an der 650 Schriftsteller aus 44 Ländern teilnehmen. Lateinamerika wird mit 120 Autoren vertreten sein.

Mit der Ernennung des amerikanischen Subkontinents soll laut Raúl Padilla López, Präsident der Internationalen Buchmesse Guadalajara, die künstlerische Identität der Region gewürdigt werden. Der Lateinamerika-Pavillon bietet Voträge, Informationsveranstaltungen und eine riesige lateinamerikanische Bibliothek für Besucher. Im ForoFIL werden jeden Abend kostenlose Kulturveranstaltungen geboten, die Iberoamerika in all ihren Facetten präsentieren. Auf einer Fläche von etwa 20 Millionen Quadratkilometern beheimatet Lateinamerika 26 Länder mit  500 Millionen Einwohnern.

„Ich würde nicht von einer lateinamerikanischen Literatur sprechen, sondern von lateinamerikanischen Literaturen“, beschreibt die Direktorin der FIL, Marisol Schulz, in einem Interview mit der Tageszeitung „Excélsior“ die große kulturelle und literarische Vielfalt Lateinamerikas. Jegliche Verallgemeinerung sei Fiktion. So gebe es nicht „die mexikanische Literatur“, sondern „mexikanische Literaturen“. Es gebe Themen, Autoren und bestimmte Tendenzen, „aber man kann weder von der mexikanischen Literatur noch von der lateinamerikanischen als Einheit sprechen“.

Im Hinblick auf den Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen spricht Marisol Schulz von einer schwierigen Zeit für die Welt, aber vor allem für Lateinamerika. Sie ruft die lateinamerikanischen Staaten dazu auf, sich ihrer Verbindungen zurückzuerinnern und zu festigen, um eine starke Einheit gegen diesen „Feind“ zu stellen.

Deutschland ist mit einem Stand und dem in Ost-Berlin geborenen Schriftsteller Thomas Brussig vertreten. 1991 debütierte Brussig als Romanautor mit „Wasserfarben“, mit dem Wenderoman „Helden wie wir“  feierte er vier Jahre später seinen Durchbruch. In seinen Büchern beschreibt Brussig auf satirische Weise die Geschehnisse im damaligen Osten Deutschlands.

Neben Buchpräsentationen, Foren, Workshops, einem Programm für Kinder und Jugendliche, Musik- und Theaterveranstaltungen werden auch dieses Jahr wieder Preise verliehen. So zum Beispiel der FIL-Literaturpreis Sor Juana Inés de la Cruz, der an die Spanierin Marina Perezagua geht.  Auf den Gängen und an den Ständen der FIL werden etablierte Schriftsteller wie Mario Vargas Llosa (Das Fest des Ziegenbocks)  oder oder Norman Manea (Der Trenchcoat) neben jungen Literaturschaffenden wie Luis Noriega erwartet.

Die FIL ist die wichtigste Buchmesse Iberoamerikas und nach der Buchmesse in Frankfurt die weltweit die größte. 1987 von der Universidad Guadalajara (UdeG) gegründet, vereint sie nicht nur Branchenprofis aus allen Kontinenten, sondern bringt sie mit dem interessierten Publikum zusammen. Ganz bewusst etablierte sich die FIL als Publikumsmesse, die einer breiten Bevölkerungsschicht und insbesondere auch Kindern und Jugendlichen die Welt der Bücher näher bringen möchte.

Weitere Informationen und alles rund um´s Programm gibt es auf der Website der FIL.

Centro de Exposiciones, Expo Guadalajara, Avenida Mariano Otero 1499, Colonia Verde Valle, Guadalajara, Jalisco, 26. November bis 4. Dezember 2016, Öffnungszeiten: 26., 27. November, 1., 2. und 3. Dezember 9:00 – 21:00 Uhr, 28. Bis 30. Dezember 17:00 – 21:00 Uhr (dmz/sw/hl)

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