Foto-Ausstellung im Deutschen Pavillon: Die Frauen von Tepito


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Doña Queta in ihrem Haus in Tepito – sie hat einen Altar für die „Santa Muerte“ eingerichtet, die Schutzheilige der Mörder, Drogenhändler und Prostituierten. (Foto: alemania-mexico.com/Anja Jensen)

Mexiko-Stadt, 6. Dezember 2016 – Über Monate hat die Hamburger Fotografin Anja Jensen Frauen aus Tepito in Mexiko-Stadt begleitet und fotografiert.  Entstanden ist ein beeindruckendes Dokument über Frauen, deren Leben von Gewalt geprägt ist. Jensens Ausstellung, jetzt zu sehen im Deutschen Pavillon in Mexiko-Stadt, fordert, die Augen vor der Gewalt nicht zu verschließen, sondern hinzuschauen.

Auch wenn sie oft verdrängt wird und weit entfernt scheint, ist Gewalt gegen Frauen allgegenwärtig.So auch in Tepito, einem berüchtigen Viertel im Historischen Zentrum von Mexiko-Stadt. Anja Jensen hat das Leben von sieben Frauen in Tepito fotografisch festgehalten. Noch bis 12. Februar ist ihre Ausstellung „Ciudadanas. Caminamos a oscuras“ in Mexiko-Stadt zu sehen.

Des Nachts bewegte sich die Hamburger Künstlerin mit den Frauen durch die Straßen ihres Barrios und begleitete sie in ihrem Kampf gegen Gewalt und Kriminalität. Dabei entstanden Fotografien voller Symbolik, die die Stärke und Würde der Bewohnerinnen des Stadtteils widergeben, aber auch deren Verzweiflung und Verletzlichkeit. Im Dunkeln gehen sie durch ihr Viertel (Caminamos a oscuras), um sich den Problemen des Lebens im Barrio zu stellen, wie die Frauen selbst sagen.

Bevor dieses künstlerische Dokument entstehen konnte, hatte sich Jensen in einem monatelangen Prozess den sieben jüngeren wie älteren Frauen angenähert und eine Vertrauensbasis geschaffen. So konnte sie teilnehmen an einem Leben, in dem es keinerlei Sicherheit gibt, in dem Gewalt eine große Rolle spielt, wo die Männer übermächtig sind und dieses Leben kontrollieren.

Für die deutsche Fotografin ist Tepito ein symbolischer Ort mitten in Mexiko-Stadt, in dem sich abspielt, was sich überall, auch mitten unter uns, ereignet: „Das sind nicht einfach nur Porträts von Frauen in Tepito, sondern Porträts von Frauen, die unter widrigen Umständen leben, so wie es sie in verschiedenen Teilen der Welt gibt. Sie sind Repräsentantinnen dieses Kampfes.“

„Um unser städtisches Gewissen makellos zu halten, müsste Tepito weit weg sein, unverständlich und unfassbar“, schreibt Magdalena Wiener, Ausstellungs-Koordinatorin des Goethe-Instituts, in der Präsentation von „Ciudadanas. Caminamos oscuras“. Anja Jensens Fotografien bringen uns Tepito näher, sie sind ein Plädoyer, hinzuschauen auf die Gewalt, die sich oft auch in unserer Nachbarschaft abspielt.

Die in Hamburg lebende und international arbeitende Künstlerin Anja Jensen widmet sich seit 20 Jahren fotografisch den Themen Überwachung, Kontrolle und Unsicherheit, dabei verwandelt sie ihre Bildorte in Tatorte. Die Ausstellung ist Teil der Veranstaltungen des Deutschlandjahres in Mexiko und wird koordiniert vom Goethe-Institut Mexiko.

„Ciudadanas. Caminamos a oscuras“, Deutscher Pavillon, Plaza Río de Janeiro 54, Roma Norte, Mexiko-Stadt, bis 12. Februar 2017, Montag bis Freitag 10:00 bis17:00 Uhr (dmz/sw/hl)

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