Nach US-Wahl: Peña Nieto gratuliert Trump - Peso im freien Fall


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Enrique Peña Nieto hat Donald Trump telefonisch zu dessen Wahlsieg gratuliert (Foto: gob.mx)

Mexiko-Stadt, 9. November 2016 – Mit Ungläubigkeit und Entsetzen hat das mexikanische Volk auf den Sieg von Donald Trump bei den US-Wahlen reagiert. Versöhnlich und kooperationsbereit äußerte sich am Mittwoch dafür Präsident Enrique Peña Nieto. Er gratulierte dem Republikaner und bekräftigte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Der Peso sank indes auf ein neues Rekordtief.

Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto twitterte am frühen Morgen: „Ich gratuliere den USA für ihre Wahl und wiederhole meine Bereitschaft, mit Donald Trump an einer guten bilateralen Beziehung zu arbeiten.” Er betonte, die USA und Mexiko seien Verbündete, Partner und Freunde.

Ausführlicher äußerte sich der Präsident am Nachmittag vor der Presse. Er habe mit Donald Trump persönlich gesprochen. Es sei ein höfliches, freundschaftliches und respektvolles Telefonat gewesen. Beide seien sich der Bedeutung der beiden Länder füreinander bewusst und wollten an einer Beziehung auf Vertrauensbasis arbeiten. Peña Nieto sprach von einem neuen Kapitel der Beziehungen zwischen Mexiko und den USA, das voller Herausforderungen stecke, aber auch große Chancen mit sich bringe. Der Dialog sei der beste und einzige Weg, um die bilateralen Beziehungen neu zu definieren und positiv zu gestalten. Peña Nieto versicherte, auch weiterhin die Rechte aller Mexikaner, einschließlich der in den USA lebenden Landsleute, schützen und verteidigen zu wollen.

Schon am Mittwochmorgen gaben der mexikanische Finanzminister José Antonio Meade und der Chef der mexikanischen Nationalbank, Augustín Carstens, eine gemeinsame Erklärung im Nationalpalast ab. Sie sprachen von einer ungewissen Lage, in der sich Mexiko nach dem Wahlausgang befinde. Dennoch versichterte Meade, die mexikanische Regierung werde alle finanz- und geldpolitischen Maßnahmen ergreifen, um die ökonomische Stabilität des Landes zu erhalten. Zugleich bekräftigte er, Mexiko sei für diese Herausforderung gewappnet.

Die mexikanische Währung fiel noch vor Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses auf ein Rekordtief, ein Dollar kostete am Mittwoch mit 20,50 Pesos 8 Prozent mehr als am Tag zuvor. Nachdem bekannt wurde, dass Trump den für den Wahlausgang überaus wichtigen Bundesstaat Florida für sich gewonnen hat, verlor der Peso zwischenzeitlich sogar 12 Prozent an Wert. Es handelte sich um die gravierendste Abwertung seit 1995. Schon in den vergangenen Monaten hatte der Peso besonders sensibel auf Trumps schwankende Wahlaussichten reagiert.

In den sozialen Netzwerken zeigte sich die überwiegende Mehrheit der Mexikaner überrascht, entsetzt, traurig und schockiert. Die meisten treibt die Sorge um die Zukunft ihres Landes um. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) aufzukündigen oder zumindest neu zu verhandeln sowie eine „große schöne Mauer“ an der Grenze zu Mexiko zu errichten, die vom südlichen Nachbar zu zahlen sei.

Das Ergebnis der US-Wahl hat weltweit ein politisches Erdbeben ausgelöst: Entgegen aller Prognosen hat der wegen seiner Hasstiraden gegen Moslems und Latinos – insbesondere Mexikaner –, seiner rassistischen und frauenfeindlichen Äußerungen umstrittene Kandidat der Republikaner in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen seine demokratische Herausforderin Hillary Clinton gewonnen. Nach vorläufigem Ergebnis kommt Trump auf 279 Wahlmänner, neun mehr als notwendig sind, um als Sieger aus der Wahl hervorzugehen. Clinton kam nur auf 228 Wahlmänner. Zwar hat mit 59.798.978 Stimmen eine knappe Mehrheit der Amerikaner für sie gestimmt (Trump kam auf 59.594.262). Da aber die Republikaner sich die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat sichern konnten, wurde der Sieg Trump zugerechnet. (dmz/sw/hl) 

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