Mexiko: Wir zahlen die Mauer nicht!

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Trumps „dicke, fette, wunderschöne” Mauer gibt es streckenweise bereits (Foto: der-postillon)

Mexiko-Stadt, 10. November 2016 – Nach Donald Trumps Überraschungssieg bei der US-Präsidentschaftswahl ist sein Wahlversprechen, eine Grenzmauer zu Mexiko zu bauen, wieder in aller Munde. Außenministerin Claudia Ruiz Massieu bekräftigte am Donnerstag die Haltung der Regierung: Mexiko wird für diese Mauer nicht zahlen.

In einem Interview mit dem Fernsehsender Televisa erneuerte die mexikanische Chefdiplomatin das Angebot der Regierung an den gewählten US-Präsidenten zu einem Dialog, „wenn der Respekt vor Mexiko gewahrt wird“, stellte sie klar. In den nächsten drei Monaten der Transition sollen die bilateralen Beziehungen neu definiert werden, sagte Ruiz Massieu weiter.

Was ein weiteres Wahlversprechen des US-Magnaten betrifft, illegale Migranten aus Mexiko schnellstmöglich in ihr Heimatland zurückzuschicken, „sei Mexiko darauf vorbereitet“, wie Ruiz Massieu versicherte.

Die Außenministerin, die strikt gegen die Einladung des Republikaners Ende August nach Mexiko war, äußerte sich nun positiv dazu: Peña Nietos Strategie der Annäherung an den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten sei richtig gewesen. Die mexikanische Regierung sei mit Trump seit seinem umstrittenen Blitzbesuch in Mexiko Ende August in ständigem Kontakt gewesen, räumte Ruiz Massieu ein.

Diese Aussage der Ministerin mag Außenstehende verwundern – war sie doch vor einigen Wochen noch so erzürnt über den Trump-Besuch, dass sie Präsident Peña Nieto ihren Rücktritt angeboten hatte. Die Einladung und der Besuch ausgerechnet des Mannes, der Mexikaner aufs Übelste als „Kriminelle und Vergewaltiger“ beschimpft hat, hatte einen derartigen Proteststurm losgetreten, dass Mexiko in eine innenpolitische Krise stürzte.

Im Wahlkampf hatte der Milliardär aus New York der „Washington Post“ erklärt, wie er die Mexikaner in drei Tagen dazu bringen wolle, die Mauer zu bezahlen: Am ersten Tag würden per Gesetz sämtliche Zahlungen, die in den USA lebende Mexikaner in ihr Land überweisen, gestoppt werden. Für den zweiten Tag rechne er wegen der fehlenden Zahlungseingänge mit Protesten in ganz Mexiko. Am dritten Tag biete Trump der mexikanischen Regierung an, den Geldstrom wieder fließen zu lassen – unter der Bedingung, dass Mexiko schnell das Geld für den Bau der Grenzmauer zahle. Ob und wie Trump seine “dicke, fette, wunderschöne” Mauer verwirklichen kann, ist also noch völlig offen. (dmz/sw/hl)

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