„El País“: Wahlsieg Trumps käme einem „ökonomischen Tsunami“ für Mexiko gleich


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Am Mittwoch wird die Welt wissen, ob der Populist Donald Trump neuer US-Präsident wird oder nicht (Foto: Donald J.Trump/twitter)

Mexiko-Stadt, 8. November 2016 – Sollte der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump die heutige Wahl gegen seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton gewinnen, könnte dies gravierende Folgen für die mexikanische Wirtschaft haben. Davor hat die spanische Zeitung „El Pais“ gewarnt. Sie spricht von einem „ökonomischen Tsunami“.

Trumps Drohungen, das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) aufzulösen oder neu zu verhandeln, beunruhigen die Mexikaner nicht ohne Grund. Mexikos Wirtschaft ist eng mit den USA verflochten, sie sind Mexikos größter Handelspartner und Investor. Die „Hyperabhängigkeit” des Landes von den Vereinigten Staaten manifestiert sich zum Beispiel im Außenhandel: 80 Prozent aller mexikanischen Exporte gehen in die USA. Auch bei den Auslandsinvestitionen ist das Übergewicht der Amerikaner in Mexiko groß: Sie stellen über 50 Prozent aller ausländischen Investitionen. Einige Schlüsselsektoren wie die Automobilindustrie hängen quasi komplett von der Nachfrage des nördlichen Nachbarn ab.

Deshalb werden hier die US-Wahlen besonders aufmerksam und mit großer Spannung beobachtet. Denn von ihrem Ausgang hängt viel für das Land ab. Nach Medienberichten soll sich die Regierung bereits einen Plan erarbeitet haben für den Fall, dass der Republikaner Trump gewinnt. Details sind aber nicht bekannt.

Auch wenn ein Sieg des Milliardärs eher unwahrscheinlich scheint – aktuelle Umfragen sehen Clinton vorn – die Auswirkungen auf die mexikanische Wirtschaft wären bei einem republikanischen Sieg so gravierend, dass die ökonomische Stabilität des Landes in Gefahr geriete. Ein Wahlsieg Trumps käme einem „ökonomischen Tsunami“ gleich, schreibt die spanische Zeitung.

Wie eng Mexiko wirtschaftlich von den USA abhängt, ist in den vergangenen Wochen und Monaten auch den Pendelbewegungen des Peso anzusehen gewesen. Jede Debatte der beiden Kandidaten, jede verbale Entgleisung Trumps hatte sofortige Auswirkungen auf die mexikanische Währung. Sah es in den Umfragen schlecht aus für Trump, schnellte der Peso nach oben. Als Clinton Mitte September an einer Lungenentzündung erkrankt war, verlor der Peso drastisch an Wert; ein Dollar kostete mehr als 20 Pesos, inzwischen erholt sich der Kurs wieder. Nach den jüngsten Umfragewerten stieg der Wert des Peso wieder.

Analysten der Banco de México befürchten eine weitere Schwächung des Kurses auf 24 Pesos pro Dollar, sollte der republikanische Kandidat die Wahl gewinnen, außerdem: eine höhere Inflationsrate, Kapitalflucht, eine höhere Auslandsverschuldung und einen drastischen Einbruch des Bruttoinlandprodukts (BIP).

Einmal im Präsidentenamt könnte Trump 30-prozentige Schutzzölle auf mexikanische Exporte verhängen. Dies wäre verheerend für Mexiko, dessen Wirtschaft im Moment ohnehin schwächelt. Die Prognosen für das gesamte Jahr 2016 liegen bei zwei Prozent, das Wachstum könnte um 3 Prozentpunkte einbrechen. Das würde für Mexiko bedeuten, mehr Kredite aufnehmen zu müssen, um die Kapitalflucht und die einbrechenden Exporte zu kompensieren. Das wiederum würde zu einer schlechteren Bewertung des Landes bei den Rating-Agenturen führen.

Von den US-Wahlen hängt für beide Länder viel ab. Politisch wie wirtschaftlich könnten sich die bilateralen Beziehungen der beiden Länder grundlegend neu definieren.

Wer die aktuellsten Entwicklungen in den USA nachverfolgen möchte kann dies im Liveticker tun. Das definitive Wahlergebnis wird um circa 23 Uhr mexikanischer Zeit erwartet. (dmz/sw/hl)

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