Kaufkraftvergleich: Wie teuer ist die Welt?

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Ein guter Ansatz, um die Kaufkraft weltweit zu messen, sind internationale Ketten wie Starbucks und McDonalds (Foto: pixabay)

Mexiko-Stadt, 12. Januar 2017 – Wo ist der Hamburger teurer, in Mexiko-Stadt oder Luanda? Kostet  der Espresso in Kopenhagen mehr  als in Cancún? Preise und Kaufkraft zu vergleichen ist kein einfaches Unterfangen. Einheimische Produkte kann man auch schlecht international vergleichen, da diese als Importware auf der anderen Seite der Welt logischerweise teurer sind. Woran kann man also die Kaufkraft international messen?

Abgesehen von komplexen wirtschaftwissenschaftlichen Fachdisziplinen, die sich mit dem Thema befassen und komplizierte Statistiken aufstellen, ist das Preisempfinden für eine Ware oder eine Dienstleistung subjektiv. Was für den einen teuer ist, ist für den anderen billig und der Zusammenhang zwischen Einkommen und Preisen darf nicht außer Augen gelassen werden. Trotzdem gibt es große Unterschiede, auch innerhalb eines selben Landes.

Wir merken es in Mexiko stark bei den Preisniveaus in der Hauptstadt und einigen Provinzen. Essen, Trinken und Wohnen können in Mexiko-Stadt schnell bis zu 30% teurer sein als zum Beispiel in Zacatecas. Regionale beziehungsweise einheimische Produkte kann man auch schlecht international vergleichen, da diese als Importware auf der anderen Seite der Welt logischerweise teurer sind.

Großstädte sind oftmals teurer, weil einfach ein stärkeres Kaufpotential besteht, außerdem sind die Konkurrenz und die Auswahl größer, weshalb Massenwaren auf dem Land manchmal teurer als in den Städten sind.

Große Unterschiede weltweit trotz gleichem Produkt

Ein interessanter Anhaltspunkt für Preisvergleiche sind internationale Ketten wie McDonalds und Starbucks, die überall auf der Welt genau die gleichen Produkte verkaufen. Starbucks verfolgt zum Beispiel keine einheitliche Preisgestaltung. Das Internet-Portal Gutscheinsammler hat die internationalen Preise für vier verschiedene Kaffeespezialitäten bei Starbucks untersucht und festgestellt, dass diese sehr unterschiedlich sind.

Der Preis lässt auch nicht immer auf die Kaufkraft der Bürger je nach Durchschnittslohn schließen. In Bern (Schweiz) ist ein Cappuccino der amerikanischen Kette mit 5.39 Euro am teuersten, im Mittelfeld liegen Städte wie Tokio (3.47 Euro) und Amsterdam (3,25 Euro), am billigsten ist der Kaffee in Ottawa (Kanada), Athen (Griechenland) und Warschau (Polen).

Ein weiterer Klassiker in diesem Zusammenhang ist der berühmte Big-Mac-Index, der seit 1987 von der Fachzeitschrift The Economist erstellt wird. Es handelt sich um eine sehr interessante und grafische Art, Kaufkraft zu messen. Der Big-Mac-Index gibt an, wie viele Doppelburger sich ein Durchschnittsverdiener leisten kann, oder anders ausgedrückt, wie lange er für einen Hamburger arbeiten muss. In Shanghai muss der Chinese rund 40 Minuten arbeiten, um in den Genuss des Big Mac zu kommen, in Nairobi (Kenia) sind es sogar 160 Minuten. In den meisten amerikanischen und europäischen Großstädten muss man zwischen 12 und 20 Minuten für einen Burger arbeiten.  

Auf die Perspektive kommt es an - Die teuersten Städte der Welt

Die Unternehmensberatung Mercer hat eine Statistik zu den teuersten Städten der Welt erstellt. Hierzu wurde in Betracht gezogen, was man (in USD-Dollar) für Wohnen, Essen und Kleidung ausgeben muss. Ausgegangen wird von einer Firma, die eine Fachkraft in eine andere Stadt entsendet und einen „angemessenen Lebensstandard und Wohnort“ garantieren will.  Die Top 10 beinhalten alte Bekannte und Städte, die man in diesen Positionen vermutet, wie Hongkong, Tokio, Singapur, Zürich und Genf, aber auch zwei afrikanische Städte, die viele auf den ersten Blick nicht dort vermuten würden. Luanda (Hauptstadt von Angola) und N´Djamena (Tschad) liegen auf jeweils Platz 2 und 9.

In Angolas Hauptstadt Luanda zum Beispiel ist ein westlicher Lebensstandard gerade deswegen so teuer, weil er nicht dem Lebensstandard der Bevölkerung entspricht. Es ist schwierig, Unterkünfte für Ausländer zu finden, die sicher sind und viele Konsumgüter, an die wir gewöhnt sind, sind teuer, da sie importiert werden.

Somit muss man immer in Betracht ziehen, welcher Maßstab für teuer und günstig angesetzt wird. (dmz/hl)

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