Zika-Virus in Deutschland angekommen

 

Die das Virus übertragende Moskitoart Aedes aegypti ist zwar nicht in Deutschland heimisch, Zika wird aber von Amerika-Reisenden eingeschleppt (Foto: almomento.mx  / Twitter)

Düsseldorf, 3. Februar 2016 - Das Zika-Virus macht vor keiner Grenze halt: In Deutschland ist nun die sechste Zika-Infektion bestätigt. Der Patient hatte sich bei einem Aufenthalt in Venezuela mit dem Virus angesteckt und war danach mit typischen Symptomen in die Düsseldorfer Uniklinik gekommen.

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit, dass das Institut am Dienstag die Verdachtsdiagnose der Düsseldorfer Ärzte bestätigt hatte. Im Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch in Lateinamerika waren bisher fünf Fälle von zurückgekehrten Reisenden bekannt, die an dem Virus erkrankt waren. Davor hatten bereits fünf Reisende das Virus bei anderen Ausbrüchen nach Deutschland eingeschleppt. Der Erreger kann grippeähnliche Symptome verursachen.

Der Mann war bereits in der vergangenen Woche in die tropenmedizinische Ambulanz des Leber- und Infektionszentrums gekommen. Er hatte Fieber, Ausschlag und eine Bindehautentzündung. Die Infektion sei nach wenigen Tagen vollständig abgeklungen.

Das Bernhard-Nocht-Institut ist das einzige Zika-Referenzlabor in Deutschland. Der Nachweis dieses Erregers gilt als schwierig. Das Risiko einer Ausbreitung in Deutschland und Europa halten Experten für gering.

Das Zika-Virus wird vor allem von der Mückenart Aedes aegypti übertragen und steht im Verdacht, durch eine Infektion von Schwangeren bei Neugeborenen Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) zu verursachen. Die Babys kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt, was meist zu geistiger Behinderung führt. Mikrozephalie kann auch andere Ursachen haben, etwa Röteln während der Schwangerschaft.

Neue Meldungen gibt es auch aus den USA: Dort hat sich erstmals nachweislich ein Mensch beim ungeschützten Sex mit dem Zika-Virus infiziert. Der Patient habe sich bei jemandem angesteckt, der aus Lateinamerika zurückgekehrt sei, meldete die Gesundheitsbehörde in Dallas (Texas). Damit ist bewiesen, dass das Virus nicht nur über Stechmücken übertragen wird, sondern auch durch Geschlechtsverkehr.

In Südamerika breitet sich das Zika-Virus unterdessen weiter stark aus. Bisher ist der Zika-Erreger in 26 Ländern Lateinamerikas aufgetaucht. Am stärksten betroffen ist Brasilien. Der massive Ausbruch in Brasilien hat den Ticketverkauf für Olympia bislang nicht beeinträchtigt. Sechs Monate vor Beginn der Spiele seien 2,75 Millionen Eintrittskarten verkauft worden, teilte das Organisationskomitee mit. Das entspreche 74 Prozent der angestrebten Einnahmen durch den Ticketverkauf. (dmz/dpa/sw)

 

A huge collection of 3400+ free website templates, WP themes and more http://jartheme.com/ at the biggest community-driven free web design site.