COP13: Mexiko schafft vier neue Biosphärenreservate

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Mexiko als Gastgeberland des 13. UN-Artenschutzgipfels: Präsident Peña Nieto betont die Wichtigkeit einer nachhaltigen Entwicklung für kommende Generationen (Foto: gob/mx/presidencia)

Cancún, 5. Dezember 2016 – Mexiko schafft vier neue Biosphärenreservate und erhöht damit die Gesamtfläche um das Dreifache auf fast 91 Millionen Hektar. Ein entsprechendes Dekret kündigte Präsident Enrique Peña Nieto am Montag bei der offiziellen Eröffnung der 13. UN-Konferenz über Biodiversität (COP13) im Karibikbadeort Cancún an.

Mehr als 10.000 Teilnehmer und Delegierte aus über 190 Staaten diskutieren seit 2. Dezember im Rahmen der 1993 in Kraft getretenen Biodiversitäts-Konvention über den Erhalt der biologischen Vielfalt. Am Wochenende wurde die Erklärung von Cancún verabschiedet, die unter anderem die Schaffung einer Gruppe vorsieht, in der sich Länder mit ähnlich umfangreicher Biodiversität zusammenschließen, um gemeinsame Interessen zu identifizieren und den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Biovielfalt zu fördern. Zum ersten Mal einigten sich die Länder auch darauf, die Belange der Forst- und Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus zu berücksichtigen.

Neue Biospärenreservate und Schutzzonen

Zu den neuen Biosphärenreservaten gehören die Gewässer um die Inseln westlich der Halbinsel Baja California (1,2 Millionen Hektar), der Pazifik zwischen Chiapas und Nayarit einschließlich des Gebiets um das Revillagigedo-Archipel (57,8 Millionen Hektar), die Karibik vor Quintana Roo (5,7 Millionen Hektar) und die Sierra Tamaulipas (308 Hektar). Bis auf letztere besteht der weitaus größte Teil der neuen Reservate aus Gewässer.

Bei den neuen maritimen Schutzzonen handelt es sich um die Korallenriffe im Golf von Mexiko und der Karibik, die Plattform von Yucatán und die mexikanische Karibik, die Halbinsel Baja California mit ihren angrenzenden Gewässern, die 142 Mangrovenwälder im ganzen Land und die Selva Lacandona in Chiapas, zusammen mit Calakmul die grüne Lunge Mexikos und eines der bedeutendsten Wasserreservoirs.

Das bedeutet, dass in diesen Gebieten zum Beispiel nicht nach Öl gebohrt oder Öl gefördert werden darf. Auch für die Tourismusindustrie bringt die Ernennung der neuen Biosphärenreservate Beschränkungen mit sich. In Zukunft dürfte es schwerer sein, in Mangrovengebieten Hotels und andere touristische Anlagen zu errichten.

Bisher wurden die Gesetze in diesem Bereich regional teilweise sehr lasch gehandhabt, gerade an der Karibikküste. Hinzu kommt der intensive Kreuzfahrt- und Frachtverkehr in der Region; Schiffe leiten zum Beispiel illegal Öl ins Meer und ungeübte Wassersportler beschädigen mit ihren Yachten die Korallenriffs. Vor der mexikanischen Karibikküste liegt das zweitgrößte Korallenriff der Welt, nach dem Barrier Reef in Australien.

Umweltminister Rafael Pacchiano Alamán lobte in diesem Zusammenhang die am Samstag verabschiedete Erklärung von Cancún als Meilenstein. 103 Unternehmen hätten sich dem Erhalt der Biodiversität verpflichtet. „Das beweist, dass der Erhalt der biologischen Vielfalt durchaus ein interessantes Geschäft sein kann“, sagte Pacchiano am Samstag.

Mexikos Erfolge im Naturschutz

Mit den neuen Gebieten kann Mexiko 181 Biosphärenreservate und Naturschutzgebiete aufweisen (im Vergleich: über 400 Reservate in den USA). Die nahezu 91 Millionen Hektar teilen sich in 70 Millionen Hektar Wasser und 21 Millionen Hektar Festland auf.

Mexiko ist damit eines der wenigen Länder, die die 2010 verabschiedeten Aichi-Ziele für den weltweiten Artenschutz erfüllen, hob der mexikanische Präsident hervor. Diese sehen vor, dass die Mitglieder bis 2020 zehn Prozent ihrer Meere unter Schutz stellen. In Mexiko seien es bereits jetzt 23 Prozent. Am anderen Aichi-Ziel arbeite Mexiko dagegen noch: 17 Prozent der Landfläche sollen unter Schutz gestellt werden, derzeit seien es knapp 14 Prozent.

Die Erweiterung der Biosphärenreservate und der Schutzgebiete ist die umfangreichste, die eine mexikanische Regierung jemals unternommen hat. Präsident Peña Nieto bekräftigte, dass seine Regierung gemeinsam mit der Gesellschaft weiterhin alle Kräfte bündeln werde, um zu einer besseren Lebensqualität für kommende Generationen beizutragen.

Dabei kann Mexiko auf Unterstützung aus dem Ausland bauen: Deutschland will die mexikanischen Biosphärenreservate mit zehn Millionen US-Dollar (rund 9,4 Millionen Euro) fördern.

Mehrere Biosphärenreservate Mexikos gehören zum Unesco-Weltnaturerbe, darunter Calakmul in Campeche, Sian Ka’an an der Karibikküste in Quintana Roo, das Biosphärenreservat des Monarchfalters in Zentralmexiko, die Lagune von El Vizcaíno sowie Inseln und geschützte Gebiete im Golf von Kalifornien.

Das Übereinkommen über Biodiversität ist mit seinen mehr als 190 Vertragsparteien das umfassendste verbindliche internationale Abkommen im Bereich Naturschutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen. Die Mitglieder treffen sich im Zwei-Jahres-Rhythmus. (dmz/sw/hl)

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