„Die FIL ist auch Wissenschaft“: Deutschland und Mexiko intensivieren Forschungskooperation


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Verteter aus Forschung und Wissenschaft stellten am Samstag dem FIL-Publikum ihre Zukunftsvisionen zu gemeinsamen Forschungsprojekten vor (Foto: Conacyt)

Guadalajara, 1. Dezember 2016 – Die Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft zwischen Deutschland und Mexiko wird in den letzten Jahren verstärkt vorangetrieben. Mit vielen Veranstaltungen und Projekten findet sie einen neuen Höhepunkt im Dualen Jahr. Zukunftsvisionen präsentierte das Panel „Wissenschaft, Technologie und Innovation. Eine Zukunftsperspektive“ auf der Internationalen Buchmesse (FIL) in Guadalajara.

Das Panel informierte im Rahmen der FIL-Reihe „Die FIL ist auch Wissenschaft“ über den aktuellen Stand der Kooperation im Wissenschafts- und Forschungsbereich beider Länder sowie über zukünftig geplante Projekte. Die Zusammenarbeit soll beispielsweise durch die Einbeziehung von deutschen wie mexikanischen Unternehmen in gemeinsame Forschungsprojekte weiter intensiviert werden.

Julia Tagüeña Parga, stellvertretende Leiterin der „Wissenschaftlichen Entwicklung des Nationalrats  für Wissenschaft und Technologie“ (Desarrollo Científico del Consejo Nacional de Ciencia y Tecnología , Conacyt) unterstrich die Bedeutung der bilateralen Kooperation: „Unsere Zukunft hängt von unseren Unternehmungen in der Wissenschaft, der Technologie und der Forschung ab. Dabei kooperieren Deutschland und Mexiko zum Nutzen beider Gesellschaften.“

Der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) kommt dabei eine herausragende Rolle zu, wie die deutsch-mexikanische UNAM-Professorin und Verteterin der DFG Dr. Christina Siebe Grabach erklärte: Seit 2009 habe die DFG 95 bilaterale Wissenschaftsprojekte realisiert, von denen 75 Prozent auch vom Conacyt gefördert wurden. Dies sei ein klarer Beweis für das starke Interesse beider Länder, ihre Kooperation im Wissenschaftsbereich weiter auszubauen.

Wie Rüdiger Kappes, Wissenschaftsreferent der Deutschen Botschaft in Mexiko, im Telefoninterview mit der Deutschen Mexiko-Zeitung erklärte, umfasst die Zusammenarbeit so viele Forschungsprojekte und Initiativen wie nie zuvor. Vor allem jetzt, im Dualen Jahr Deutschland-Mexiko, manifestiere sich dies in vielen Projekten und Veranstaltungen, z.B. bei der Präsentation des Max Planck Science Tunnels im Juni in Mexiko-Stadt.

In diesem Jahr sei außerden ein neues Postdoktorandenprogramm zwischen dem Conacyt und der Max-Planck-Gesellschaft beschlossen worden, das in Kürze in Kraft tritt, sagte Kappes weiter. Auch in der Gesundheitsforschung und Bioökonomie förderten Deutschland und Mexiko gemeinsame Projekte.

Darüber hinaus habe die DFG in diesem Jahr eine Ausschreibung ins Leben gerufen, die bilaterale Forschungsprojekte finanzieren soll. Für bis zu drei Jahre könnten in den Bereichen Geowissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften, Biologie, Chemie und Physik Mittel beantragt werden: „Es wird auch eine weitere Ausschreibung geben, bei der kleine und mittlere Unternehmen beider Länder in Forschungsprojekte einbezogen werden sollen“, kündigte Rüdiger Kappes auf der FIL an. „Deutschland steht wie fast kein anderes Land für die enge Verbindung zwischen erstklassiger Forschung und Industrie“. Aber auch Mexiko als Industrienation habe „ein großes Potential, Unternehmen mit der Forschung enger zu verbinden, siehe Puebla“.

Auch der langjährige akademische Austausch soll weiter gefördert und ausgebaut werden. Derzeit studierten 2800 Mexikaner in Deutschland, das für die Mexikaner nach den USA, Kanada, Großbritanien und Spanien das beliebteste Land für ein Auslandsstudium sei. Momentan gebe es 370 Hochschulkooperationen, vor einem Jahr noch 350, Tendenz weiter steigend.

Mitte November tagte in Mexiko-Stadt das „Deutsch-mexikanische Forum der Wissenschaft, Technologie und Innovation“ (Foro-Germano-mexicano de Ciencia, Tecnología e Innovación). Organisatoren waren der Conacyt und das Bildungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Teilnehmer unter anderem der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD), die Humboldt-Stiftung und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). 40 Jahre Zusammenarbeit beider Länder im Bereich der Wissenschaft wurden im Rahmen des Symposiums gewürdigt und Impulse für deren Intensivierung gesetzt.

Die Reihe „Die FIL ist auch Wissenschaft“ wurde 2014 ins Leben gerufen. Nach dem Motto „Auch die Wissenschaft bietet spannende Geschichten zum Lesen“ wollen die Organisatoren der Buchmesse zusammen mit dem Conacyt die Wissenschaft in die Literatur integrieren. Die Feria Internacional del Libro hat noch bis 4. Dezember auf der Expo Guadalajara ihre Tore geöffnet. Gastland in diesem Jahr ist Lateinamerika als eine Region.  (dmz/sw/hl)

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