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Mexiko: Covid-Infektionen steigen rasant – Drei Bundesstaaten schalten auf orange

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Lange Schlangen vor den Schaltern von Aeroméxico am Internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt. Foto: la silla rota)

Die Corona-Infektionen beeinträchtigen in Mexiko inzwischen auch den Luftverkehr. Bei den Fluggesellschaften Aeroméxico, Volaris und Vivaaerobus fallen seit Donnerstag durch Infektionen der Besatzungen mit dem Corona-Virus immer mehr Flüge aus. Wegen Verspätungen von Flügen kommt es in Mexiko-Stadt zu langen Wartezeiten.

Mexiko-Stadt, 8. Januar 2022 – Die Zahl der geschätzten aktiven Coronavirus-Fälle in Mexiko hat zum ersten Mal seit August die Marke von 100.000 überschritten. Damit scheint die vierte Infektionswelle an Dynamik zu gewinnen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der aktiven Infektionen am Donnerstag auf 103.806. Das entspricht einem Anstieg von 29 Prozent gegenüber Mittwoch.

Allein am Freitag wurden 28.023 Neuansteckungen mit dem Corona-Virus und 168 Tote registriert. Die Zahl der gemeldeten Infektionen ist die höchste an einem Tag seit dem 18. August 2021, als Mexiko mit 28.953 neuen Fällen einen neuen Rekord an täglichen Infektionen verzeichnete. An diesem Tag wurde auch die höchste Zahl an Todesfällen in der dritten Welle mit 940 erreicht und damit die Marke von 250.000 überschritten. Die Zahl der Todesfälle in Mexiko-Stadt, dem Zentrum der Pandemie, belief sich auf fast 18 Prozent aller landesweiten Todesfälle.

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Verantwortlich für den dramatischen Anstieg wird die hochansteckende Omikron-Variante gemacht. Etwa ein Viertel der mehr als 100.000 aktiven Fälle – rund 27.000 – entfallen auf Mexiko-Stadt. Die am meisten betroffenen Bezirke sind nach Informationen- Mexiko-Stadt Gustavo A. Madero, Álvaro Obregón und Iztapalapa mit jeweils mehr als 3.000 aktiven Fällen, die landesweit die Plätze zwei bis vier belegen sowie Cuauhtémoc und Benito Juárez auf dem 8. Und 9. Platz. Auf dem ersten Platz liegt Baja California Sur mit fast 800 pro 100.000 Einwohnern. Auf kommunaler Ebene weist die Hauptstadt La Paz mit knapp 4.000 die höchste Zahl an aktiven Fällen auf. Unter den top ten der Städte mit den höchsten Neuinfektionen liegen außerdem Cancún in Quintana Roo, San Luis Potosí, Mérida (Yucatán) und Chihuahua.

Die mexikanischen Gesundheitsbehörden schätzen aufgrund von Totenscheinen, dass die Pandemie 451.000 Todesfälle im Land gefordert hat und 4,286 Millionen Menschen an Corona erkrankten. Davon seien derzeit 103 806 aktiv, das heißt, sie haben in den letzten 14 Tagen Symptome gezeigt, was 2,4 Prozent der Gesamtzahl entspricht. Außerdem seien seit Beginn der Pandemie 3,3 Millionen Menschen von einer Covid-Erkrankung genesen. Die durchschnittliche Auslastung der allgemeinen Betten in mexikanischen Krankenhäusern liege derzeit bei 19 Prozent und die der Intensivbetten bei 12 Prozent.

Laut der Johns Hopkins University bleibt Mexiko mit diesen Zahlen das Land mit der fünfthöchsten Zahl an Covid-Todesfällen – hinter den USA, Brasilien, Indien und Russland – und an 16. Stelle bei der Zahl an bestätigten Infektionen. wobei Mexiko-Stadt, der Bundesstaat Mexiko, Nuevo Leon, Guanajuato, Jalisco, Tabasco, Puebla, Veracruz, Sonora und San Luis Potosí die Bundesstaaten mit der höchsten Zahl an Fällen sind.

Baja California Sur, Chihuahua und Tamaulipas schalten auf Rot

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Der Generaldirektor von Digital Government der Digitalen Agentur für öffentliche Innovation (ADIP), Eduardo Clark García Doberganes, bestätigte, dass in der Hauptstadt die Zahl der Infektionen ähnlich wie bei der ersten und zweiten Welle stark zunimmt. Dennoch bleibt die Ampel auf Grün. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Schwerkranken und die Zahl der Todesfälle seien mit fünf Prozent nur geringfügig gestiegen. Er rief die Menschen dazu auf, sich impfen zu lassen. Bei den meisten Krankenhauseinweisungen handele es sich um nicht geimpfte Personen.

In den Bundesstaaten Baja California Sur, Chihuahua und Tamaulipas steht die Ampel nächste Woche auf Orange. Unternehmen und Betriebe, die nicht zu den notwendigen Wirtschafts- und Dienstleistungsbereichen gehören, dürfen mit 30 Prozent ihrer Belegschaft arbeiten, sofern sie sich an die Hygienebestimmungen halten und Personen aus Risikogruppen besonders schützen. Öffentliche Einrichtungen bleiben geöffnet, wobei der Zugang jedoch begrenzt ist. Es gibt keinen Präsenzunterricht an Schulen und Universitäten.

Verdreifacht hat sich dem Gesundheitsministerium zufolge die Zahl der Bundesstaaten, die wegen steigender Infektionen wieder von grün auf gelb schalten: Aguascalientes, Baja California, Coahuila, Colima, Durango, Quintana Roo, Sinaloa, Sonora, Yucatán und Zacatecas. Die Beschränkungen betreffen damit auch die Touristenregionen an der Karibikküste.

Der Unterricht erfolgt wieder vorwiegend digital, das heißt, nur ein Teil der Schüler darf in die Schule, wenn sie das möchten, denn die Präsenz ist freiwillig. Auch die Beratungszentren der Bildungseinrichtungen bleiben begrenzt geöffnet. Wenn die Ampel auf gelb steht, dürfen auch Restaurants nur eine begrenzte Zahl an Gästen aufnehmen. Öffentliche Feste fallen aus.

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Auf Grün stehen immer noch Campeche, Chiapas, Mexiko-Stadt, Estado de México, Guanajuato, Guerrero, Hidalgo, Jalisco, Michoacán, Morelos, Nayarit, Nuevo León, Oaxaca, Puebla, Querétaro, San Luis Potosí, Tabasco, Tlaxcala y Veracruz.

Das bedeutet, dass es keinerlei Einschränkungen gibt. Grün heißt jedoch nicht, dass es in den entsprechenden Regionen kein Infektionsrisiko gibt. Das gilt ganz besonders für Mexiko-Stadt.

Wie Präsident López Obrador am Freitag mitteilte, hat die Gesundheitsbehörde Cofepris dem antiviralen Medikament COVID-19 des US-Pharmakonzerns Merck eine Notfallzulassung erteilt. Er sagte, Cofepris werde voraussichtlich bald auch die antivirale Pille von Pfizer genehmigen. AMLO sagte, er werde beide Pillen in öffentlichen Krankenhäusern verfügbar machen.

Wer Grippesymptome habe wie Kratzen im Hals, tropfende Nase und Gliederschmerzen, brauche gar nicht erst einen PCR-Test zu machen, sondern könne davon ausgehen, dass er sich mit der Variante Omikron angesteckt habe. Sie sollten besser zuhause bleiben, bevor sie wegen eines Tests aus dem Haus gingen und andere gefährdeten, erklärte am Samstag die Gesundheitsministerium von Mexiko-Stadt, Oliva López Arellano.

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Im Rahmen des Impfprogramms wurden 150,18 Millionen Dosen verabreicht. Nach Aussagen der mexikanischen Regierung ist Mexiko das sie das siebte Land, das in absoluten Zahlen die meisten Dosen verabreicht hat. Von den 126 Millionen Einwohnern des Landes haben demzufolge 82,15 Millionen mindestens eine Dosis des Impfstoffs erhalten, 73,34 Millionen seien vollständig geimpft.

Chaos an Flughafen wegen ausgefallener Flüge und Verspätungen

Ein Ausbruch von Covid-19 bei Aeromexico-Mitarbeitern veranlasste die Fluggesellschaft auch am Freitag, Dutzende von Flügen zu streichen. In einer Presseerklärung teilte die Fluggesellschaft mit, dass die neue Welle von Covid-19-Infektionen Auswirkungen auf den weltweiten Luftverkehr hat und einige Flüge beeinträchtigten. Die mexikanische Pilotengewerkschaft (ASPA) berichtete von über 80 Besatzungsmitgliedern, deren Tests positiv ausgefallen waren.

Nach Angaben des Flugverfolgungsdienstes FlightAware wurden bei Aeromexico, der größten mexikanischen Fluggesellschaft, zwischen Donnerstag und Freitagmorgen mehr als hundert Flüge gestrichen (14 Prozent der Flüge am Donnerstag und 18 Prozent der Flüge am Freitag bis zum Mittag). Am Flughafen von Mexiko-Stadt herrscht Chaos.

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Laut José Suárez, Sprecher der mexikanischen Pilotengewerkschaft (ASPA), wurden in den ersten sechs Tagen des Jahres mindestens 22 Flüge gestrichen, weil das Personal mit dem Coronavirus infiziert war. Von den 1.900 Mitgliedern der Gewerkschaft haben sich 71 in weniger als einer Woche infiziert. Die Gewerkschaft der Flugbegleiter teilte am Donnerstag mit, dass 140 ihrer Mitglieder aus demselben Grund nicht fliegen konnten und dass 65 weitere wegen fehlender gültiger Dokumente suspendiert wurden, was zehn Prozent der Belegschaft betreffe. In beiden Gewerkschaften sind hauptsächlich Beschäftigte von Aeromexico und ihre Partnerfluggesellschaften organsiert.

Bis Freitagmittag hatten auch Volaris und VivaAerobus mehr als hundert verspätete Flüge (19 Prozent) und neun gestrichene Flüge (ein Prozent) zu verzeichnen.

FlightAware macht keine Angaben zu den Gründen für die Tausenden von Annullierungen und Verspätungen, die in diesen Tagen weltweit zu verzeichnen sind und die neben Ansteckungen unter anderem auf schlechtes Wetter oder Probleme im Flugverkehr zurückzuführen sein können. Der exponentielle Anstieg der Zahl der Omikrom-Infektionen habe jedoch viele von ihnen betroffen. (dmz/hl)

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Die Hamburgerin Herdis Lüke hat die Deutsche Mexiko-Zeitung 2011 wieder gegründet. Die erste DMZ wurde 1976 von ihrem Landsmann Klaus Ellrodt ins Leben gerufen und nach ein paar Monaten wieder begraben. Herdis Lüke ist Vollblut-Journalistin, in Deutschland ausgebildet und mit Stationen in Düsseldorf, Mexiko-Stadt – u. A. bei der Tageszeitung Excélsior -, danach Hamburg, wo sie mehrere Jahre bei der Deutschen Presse-Agentur tätig war, und seit 2006 wieder Mexiko. 2011 hat sie ihren Traum erfüllt und die zweite Deutsche Mexiko-Zeitung aus der Taufe gehoben. Als freie Journalistin hat sie für mehrere Medien in Deutschland geschrieben und ist Autorin mehrerer Bücher, darunter ein Premium-Mexiko-Reiseführer. Auf sie ist das erste Online-Reisemagazin über Mexiko für den deutschsprachigen Markt zurückzuführen (2001), die Mexiko-Travelnews (bis 2013).

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