Connect with us

Kultur

München trennt sich von Dirigent Waleri Gergijew

Published

on

Enge Freunde: Stardirigent Waleri Gergijew und der russische Präsident Wladimir Putin. (Foto: Wikipedia)

Von Britta Schultejans und Carola Große-Wilde

Seine Freundschaft mit Putin wird ihm nun zum Verhängnis: Renommierte Konzerthäuser und Orchester wollen nichts mehr mit dem russischen Stardirigenten Waleri Gergijew zu tun haben.

München/Hamburg, 1. März 2022 – Der russische Angriff auf die Ukraine hat für Russlands Starkünstler gravierende Auswirkungen. In München beendete die Stadt mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit dem Stardirigenten und Putin-Freund Waleri Gergijew als Chef der Münchner Philharmoniker. Weltweit wird Gergijew von renommierten Häusern und Orchestern ausgeladen. Unterdessen sagte die weltberühmte russische Operndiva Anna Netrebko alle Konzerte für die kommenden Monate ab.

Advertisement

Gergijew habe sich trotz der Aufforderung, „sich eindeutig und unmissverständlich von dem brutalen Angriffskrieg zu distanzieren, den Putin gegen die Ukraine und nun insbesondere auch gegen unsere Partnerstadt Kiew führt“, nicht geäußert, hieß es in einer Mitteilung der Stadt München am Dienstag. Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte: „Ich hätte mir erwartet, dass er seine sehr positive Einschätzung des russischen Machthabers überdenkt und revidiert. Das hat er nicht getan.“ Reiter hatte Gergijew am Freitag ein Ultimatum gestellt.

„Es wird damit ab sofort keine weiteren Konzerte der Münchner Philharmoniker unter seiner Leitung geben“, teilte Reiter mit. Für eine weitere Zusammenarbeit wäre ein klares Signal unabdingbar gewesen. „Nachdem dies nicht erfolgt ist, bleibt nur eine sofortige Trennung.“ Gergijews Vertrag liefe eigentlich noch bis Juli 2025.

Seit 2015 war Gergijew Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, eines Orchesters der Stadt München. Die Freundschaft mit dem russischen Machthaber Putin brachte ihm schon seit Jahren immer wieder Kritik ein. Im Jahr 2014 unterschrieb er einen Künstler-Appell zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und bekannte sich damit offiziell zur Politik Putins.

Opernstar Anna Netrebko (50) sagte unterdessen ihre nächsten Auftritte ab. „Nach reiflicher Überlegung habe ich die äußerst schwierige Entscheidung getroffen, mich bis auf Weiteres aus dem Konzertleben zurückzuziehen“, ließ die Starsopranistin über den Veranstalter River Concerts am Dienstag mitteilen. „Es ist nicht die richtige Zeit für mich aufzutreten und zu musizieren. Ich hoffe, dass mein Publikum diese Entscheidung verstehen wird“, heißt es in dem Statement weiter. Das für den 2. März in der Hamburger Elbphilharmonie geplante Konzert mit ihrem Ehemann Yusif Eyvazov wird auf den 7. September verschoben.

Advertisement

Am Wochenende hatte sich Netrebko zur russischen Invasion in die Ukraine geäußert. Sie sei gegen diesen Krieg, schrieb die Sängerin in einer Erklärung auf Instagram. „Ich bin eine Russin und liebe mein Land, aber ich habe viele Freunde in der Ukraine, und der Schmerz und das Leid brechen mir das Herz. Ich möchte, dass dieser Krieg aufhört und die Menschen in Frieden leben können. Das erhoffe ich mir und dafür bete ich.“ Netrebko unterstrich zugleich, sie sei „keine politische Person“. Im vergangenen Jahr hatte die Sopranistin, die auch in Wien lebt, mit einer großen Gala im Kremlpalast in Moskau ihren 50. Geburtstag gefeiert.

Während Netrebko ihre Auftritte aus eigener Entscheidung absagte, wird der 68-jährige Gergijew nun weltweit von renommierten Häusern ausgeladen. Am Wochenende hatte sich bereits seine Münchner Künstleragentur von ihm getrennt. Auch andere Institutionen wollen nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten: Die Hamburger Elbphilharmonie sagte Konzerte mit Gergijew „infolge des anhaltenden Schweigens zur russischen Invasion in der Ukraine“ ab, wie das Konzerthaus am Dienstag mitteilte. Zu Ostern waren dort zwei Konzerte mit Gergijew und dem Orchester des St. Petersburger Mariinski-Theaters geplant. Das Festspielhaus Baden-Baden beendete ebenfalls bis auf Weiteres die Zusammenarbeit. Die mangelnde Distanz Gergijews „zum aktuellen menschenverachtenden Vorgehen des russischen Präsidenten hat für uns den Ausschlag gegeben“, sagte Intendant Benedikt Stampa. „Wir vertreten offensichtlich nicht mehr die gleichen Werte.“

Die Pariser Philharmonie strich am Dienstag geplante Konzerte mit Gergijew im April. Das Rotterdamer Philharmonische Orchester brach die langjährige Zusammenarbeit mit dem russischen Dirigenten ab. Gergijew war von 1995 bis 2008 Chefdirigent in Rotterdam. Auch das jährliche vom Dirigenten gegründete Gergijew-Festival in der Hafenstadt im September wird abgesagt. Die Kluft sei unüberbrückbar, sagte eine Sprecherin des Orchesters. In Edinburgh trat Gergijew nach erheblichem Druck am Montagabend als Ehrenpräsident des renommierten Edinburgh International Festivals zurück.

Auch die New Yorker Metropolitan Opera kündigte als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine an, vorerst nicht mehr mit Künstlern oder Institutionen zusammenarbeiten zu wollen, die Putin unterstützen. (dpa/dmz/hl)

Advertisement

Die Hamburgerin Herdis Lüke hat die Deutsche Mexiko-Zeitung 2011 wieder gegründet. Die erste DMZ wurde 1976 von ihrem Landsmann Klaus Ellrodt ins Leben gerufen und nach ein paar Monaten wieder begraben. Herdis Lüke ist Vollblut-Journalistin, in Deutschland ausgebildet und mit Stationen in Düsseldorf, Mexiko-Stadt – u. A. bei der Tageszeitung Excélsior -, danach Hamburg, wo sie mehrere Jahre bei der Deutschen Presse-Agentur tätig war, und seit 2006 wieder Mexiko. 2011 hat sie ihren Traum erfüllt und die zweite Deutsche Mexiko-Zeitung aus der Taufe gehoben. Als freie Journalistin hat sie für mehrere Medien in Deutschland geschrieben und ist Autorin mehrerer Bücher, darunter ein Premium-Mexiko-Reiseführer. Auf sie ist das erste Online-Reisemagazin über Mexiko für den deutschsprachigen Markt zurückzuführen (2001), die Mexiko-Travelnews (bis 2013).

Continue Reading
Advertisement