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Teleskop im All soll Wassernutzung auf der Erde verbessern

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Forscher Marius Bierdel setzt den Gehäusedeckel auf den Prototypen eines von ihm mit entwickelten Satelliten. Das Gerät soll helfen, die landwirtschaftliche Bewässerung auf der Erde zu optimieren. (Foto: Philipp von Ditfurth/dpa)

Von Marco Krefting

Ein Großteil des Süßwassers auf der Erde wird im Agrarsektor eingesetzt. Damit dabei kein Wasser mehr verschwendet wird, haben Forschende aus Deutschland Mikrosatelliten entwickelt, die helfen sollen.

Freiburg/Jena, 18. Februar 2022 – Sie sind so groß wie Schuhkartons und sollen die Wassernutzung in der Landwirtschaft weltweit verbessern: Mit einem Schwarm sogenannter Mikrosatelliten wollen Forschende aus Freiburg (Baden-Württemberg) und Jena (Thüringen) Daten zur Temperatur an der Erdoberfläche sammeln. Das helfe den Wasserbedarf abzuschätzen, sagt Technikchef Marius Bierdel.

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„Wenn es Pflanzen schlecht geht, werden sie bräunlich und welk“, erklärt er. „Dann ist es aber zu spät.“ Dank der Infrarottechnik, mit der die Satelliten der Freiburger Firma ConstellR ausgestattet sind, soll schon zwei Wochen früher sichtbar werden, wo Bedarf zu wässern besteht. Auf der anderen Seite könne verhindert werden, an anderen Stellen Wasser zu verschwenden, sagt Bierdel. Die ConstellR GmBH ist eine Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik (EMI) in Freiburg, welches das Projekt geleitet hat.

Die Landwirtschaft verbraucht der Umweltschutzorganisation WWF zufolge 70 Prozent des weltweit zugänglichen Süßwassers. Durch undichte Bewässerungssysteme, ineffiziente Anwendungsmethoden sowie Pflanzen, die gemessen an ihrer Umgebung zu viel Wasser brauchen, würden jedoch 60 Prozent davon verschwendet. Ähnliche Zahlen nennen etwa die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sowie eine Studie unter anderem des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und der Humboldt-Universität zu Berlin.

Hier setzen Bierdel und sein Team an: Ihre Daten wollen sie in erster Linie Unternehmen bereitstellen, die Agrardaten analysieren und die Erkenntnisse daraus an ihre Kunden weitergeben. Dass es in der Branche durchaus Interesse gibt, wird beim Deutschen Bauernverband deutlich: Die Hoffnung sei groß, dass satellitenbasierte Messinstrumente wie das entwickelte helfen, in der Landwirtschaft nachhaltiger mit der Ressource Wasser umgehen zu können, teilt eine Sprecherin mit. „Wir gehen aber davon aus, dass diese Technik nicht nur für Bewässerung oder Bodenfeuchtemessung genutzt werden kann.“ Wichtigste Anwendung für Satellitendaten seien GPS-Dienste zur präziseren und gezielteren Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

Erdbeobachtung aus dem All ist an sich nichts Neues. Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) listet eine ganze Reihe laufender und abgeschlossener Projekte auf. Raumfahrtagentur-Experte Michael Nyenhuis sieht kommerzielle Projekte als Ergänzung zu den staatlich finanzierten, die gröbere Daten lieferten und meist weniger spezifisch eingesetzt würden.

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Bis Ende 2024 sollen die ersten vier ConstellR-Satelliten im All sein, so der Plan. Um die Technologie – in erster Linie ein Spiegelteleskop mit einer Thermalinfrarotkamera und einem miniaturisierten Computer zur Datenverarbeitung – vorher zu testen, soll ein Prototyp des Messinstruments am 19. Februar zur Raumstation ISS geschickt werden. Erst in einem weiteren Schritt soll es um satellitenspezifische Fragen etwa zur Stromversorgung, Kommunikation und Positionierung auf einer bestimmten Umlaufbahn gehen. „Das sind viele Baustellen, die mit der Kerntechnologie erstmal nichts zu tun haben“, erläutert Bierdel.

Ergebnis der Messungen sind Karten voller bunter Punkte. Fachunternehmen sollen die Daten auswerten. Diese könnten nicht nur in der Landwirtschaft Anwendung finden, hofft Bierdel. „Sie könnten auch Wettermodelle genauer machen, bei der Stadtplanung helfen oder ein effektiveres Katastrophenmanagement vorantreiben.“ (dpa/dmz/hl)

Die Hamburgerin Herdis Lüke hat die Deutsche Mexiko-Zeitung 2011 wieder gegründet. Die erste DMZ wurde 1976 von ihrem Landsmann Klaus Ellrodt ins Leben gerufen und nach ein paar Monaten wieder begraben. Herdis Lüke ist Vollblut-Journalistin, in Deutschland ausgebildet und mit Stationen in Düsseldorf, Mexiko-Stadt – u. A. bei der Tageszeitung Excélsior -, danach Hamburg, wo sie mehrere Jahre bei der Deutschen Presse-Agentur tätig war, und seit 2006 wieder Mexiko. 2011 hat sie ihren Traum erfüllt und die zweite Deutsche Mexiko-Zeitung aus der Taufe gehoben. Als freie Journalistin hat sie für mehrere Medien in Deutschland geschrieben und ist Autorin mehrerer Bücher, darunter ein Premium-Mexiko-Reiseführer. Auf sie ist das erste Online-Reisemagazin über Mexiko für den deutschsprachigen Markt zurückzuführen (2001), die Mexiko-Travelnews (bis 2013).

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