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Panorama

Tschechischer Millionär rast mit 417 km/h über deutsche Autobahn

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Screenshot des Videos des Rennens. (Screenshot: Youtube)

Von Michael Heitmann, Jennifer Weese und Andreas Hoenig

Mit Flugzeug-Geschwindigkeit rast ein tschechischer Millionär über die Autobahn 2 in Deutschland. Ein Video der Aktion sorgt für Aufsehen – und die Debatte um ein Tempolimit bekommt neues Futter.

Magdeburg/Prag, 24. Januar 2022 – Ein tschechischer Multimillionär ist mit 417 Kilometern pro Stunde über eine deutsche Autobahn gerast – und hat ein Video davon ins Internet gestellt. Die Polizei habe am Montag Ermittlungen gegen den Mann wegen eines mutmaßlichen illegalen Straßenrennens eingeleitet, sagte eine Sprecherin in Magdeburg. Die Staatsanwaltschaft werde den Fall prüfen.

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In dem Video ist zu sehen, wie ein Sportwagen mit Wahnsinnstempo über die A2 schießt. Dieses Verhalten sei nicht zu verantworten, sagte die Polizeisprecherin. Der tschechische Multimillionär Radim Passer veröffentlichte die Aufnahmen vor zwei Wochen auf seinem Youtube-Kanal. Mehrere Medien hatten über die Videos des 58-Jährigen, die im Juli 2021 entstanden sein sollen, berichtet.

Das Bundesverkehrsministerium äußerte sich kritisch. Jegliches Verhalten im Straßenverkehr, das zu einer Gefährdung von Verkehrsteilnehmern führe oder führen könne, werde abgelehnt, teilte eine Ressortsprecherin mit. Auf dem im Video gezeigten Streckenabschnitt zwischen Berlin und der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover gilt den Angaben zufolge keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Der Multimillionär Passer ist in Tschechien bisher weniger als Freund schneller Autos, sondern als Immobilienmagnat in Erscheinung getreten. Sein Vorzeigeprojekt ist der Büro- und Geschäftskomplex BB Centrum, der zu den größten in Prag zählt. Die tschechische Ausgabe der Wirtschaftszeitung „Forbes“ schätzt Passers Vermögen auf umgerechnet rund 270 Millionen Euro.

Nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer ist eine Fahrt mit mehr als 400 Kilometern pro Stunde höchst gefährlich. „Je höher die Geschwindigkeit ist, desto länger ist der Bremsweg. Und zwar nicht nur linear, sondern exponentiell, sprich bei doppelter Geschwindigkeit wird er mehr als doppelt so lang“, sagte der emeritierte Professor der Deutschen Presse-Agentur.

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„Wollen wir Multimillionären erlauben, auf öffentlichen Straßen ihre Späße zu treiben, die Menschenleben gefährden können?“, kritisierte Dudenhöffer. Das Video sollte seiner Meinung nach Anlass sein, darüber nachzudenken, was eigentlich auf deutschen Autobahnen erlaubt sein sollte und was nicht. Der Verkehrsminister könne etwa per Gesetz nur noch Autos zulassen, die eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit nicht erreichen.

Mehrere deutsche Autobauer wie BMW, Audi und Mercedes-Benz hatten sich bereits 1987 auf eine freiwillige Selbstbeschränkung und auf eine Tempo-Abriegelung bei 250 Kilometern pro Stunde geeinigt. Doch nicht jeder geht diesen Schritt mit. Der in dem Video gezeigte Bugatti Chiron wurde 2016 vorgestellt. Er verfügt nach den Informationen auf den Internetseiten des Herstellers über einen 16-Zylinder-Mittelmotor mit 1500 PS.

Die Entwicklung des Supersportwagens geht Dudenhöffer zufolge auf die Zeit zurück, als Volkswagen unter dem damaligen Chef Ferdinand Karl Piëch die Luxusmarke erworben hatte. „Ingenieure wollen ja immer zeigen, dass es möglich ist, Grenzleistungsbereiche zu überschreiten. Und das hat er mit dem Chiron gemacht.“ Im Sommer verkaufte VW die Marke mehrheitlich an den kroatischen Elektrospezialisten Rimac.

In Tschechien fragen sich nun manche, wie Passers Fahrt mit seinen christlichen Überzeugungen zu vereinbaren ist. Nach dem Tod seines ersten Sohnes im Jahr 1998 wandte sich der Unternehmer nach eigenen Angaben Gott zu. Vier Jahre später gründete er die christliche Organisation „Maranatha“. Sie ist benannt nach einem aramäischen Gebetsruf, den die Urchristen benutzt haben sollen. Passer will sich zu der Autobahnfahrt einer Sprecherin zufolge über die Angaben in seinem Youtube-Kanal hinaus nicht äußern.

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Für ein Umdenken sprach sich derweil die Organisation Deutsche Umwelthilfe aus. „Die Bundesregierung erlaubt mit ihrem Nein zum Tempolimit explizit diese Ultra-Raserei auf 70 Prozent der Autobahnstrecken“, sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Er forderte den neuen Bundesverkehrsminister Volker Wissing zum Handeln auf. „Wir brauchen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen jetzt – für Klimaschutz und Sicherheit“, sagte Resch. (dpa/dmz/hl)

 

Die Hamburgerin Herdis Lüke hat die Deutsche Mexiko-Zeitung 2011 wieder gegründet. Die erste DMZ wurde 1976 von ihrem Landsmann Klaus Ellrodt ins Leben gerufen und nach ein paar Monaten wieder begraben. Herdis Lüke ist Vollblut-Journalistin, in Deutschland ausgebildet und mit Stationen in Düsseldorf, Mexiko-Stadt – u. A. bei der Tageszeitung Excélsior -, danach Hamburg, wo sie mehrere Jahre bei der Deutschen Presse-Agentur tätig war, und seit 2006 wieder Mexiko. 2011 hat sie ihren Traum erfüllt und die zweite Deutsche Mexiko-Zeitung aus der Taufe gehoben. Als freie Journalistin hat sie für mehrere Medien in Deutschland geschrieben und ist Autorin mehrerer Bücher, darunter ein Premium-Mexiko-Reiseführer. Auf sie ist das erste Online-Reisemagazin über Mexiko für den deutschsprachigen Markt zurückzuführen (2001), die Mexiko-Travelnews (bis 2013).

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