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Wirtschaft

Welche Folgen der Ukraine-Krieg für die deutsche Wirtschaft hat

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Schweißer in einer Maschinenbau-Fabrik. (Foto: JUREC  / pixelio.de)

Von Andreas Hoenig und Theresa Münch

Wirtschaftsminister Habeck entschuldigt sich regelrecht, dass er angesichts des Leids in der Ukraine über die Sorgen deutscher Firmen spricht. Doch die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs werden auch hier immer sichtbarer.

Berlin, 3. März 2022 – Die Folgen des Ukraine-Kriegs treffen auch die deutsche Wirtschaft immer härter. In der Autoindustrie gibt es bereits Produktionsstopps, weil wichtige Teile aus der Ukraine fehlen. Wirtschaftsverbände erwarten, dass Lieferketten immer weiter bröckeln. Deutsche Hersteller stoppen ihre Fertigung in Russland. Und unaufhörlich steigende Energiepreise belasten fast alle Branchen.

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Wirtschaftsminister Robert Habeck sieht deshalb „eine so komplexe Lage wie vielleicht seit vielen Jahren nicht in der deutschen Wirtschaftsgeschichte“. So gut wie alle Branchen seien betroffen. Und dennoch, so betonte der Grünen-Politiker am Donnerstag anerkennend, sei die Solidarität der deutschen Wirtschaft mit der Ukraine ungebrochen. Trotz ihrer erheblichen Belastung trügen alle Unternehmen die Sanktionen gegen Russland mit.

Damit die Kosten dafür nicht zu hoch werden, legt die Bundesregierung ein Kreditprogramm für betroffene Firmen auf. Sie sollen von den guten Zinsbedingungen des Staates profitieren und sich mit dem Geld neue Geschäftsfelder aufbauen. Außerdem springt der Staat mit Bürgschaften und Investitionsgarantien in die Bresche. Habeck sprach von einem Ausfallrisiko von knapp 20 Milliarden Euro, „die natürlich tragbar sind und getragen werden“.

Trotzdem zeichnen sich enorme Folgen ab: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kappte seine Exportprognose für dieses Jahr. Eine Rezession in Deutschland sehen allerdings weder Habeck noch der DIHK. Sie sei dann zu befürchten, wenn die deutsche Wirtschaft nicht mehr produzieren könne, sagte Habeck. Man arbeite aber daran, genau das zu verhindern.

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier machte deutlich, die wirtschaftlichen Folgen seien noch gar nicht richtig abzusehen. Das bisher prognostizierte deutsche Exportwachstum von sechs Prozent für 2022 aber sei nicht mehr zu schaffen. Bereits vor dem Krieg habe es weltweite Lieferprobleme und Engpässe gegeben, die durch die jetzigen Ereignisse noch einmal verstärkt worden seien.

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Wegen des Kriegs kommt es auch zu Produktionsunterbrechungen in deutschen Autowerken, weil Teile von Zulieferern in der Ukraine fehlen. Alexander Markus, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer, sagte, er persönlich rechne damit, dass es noch weitere Unterbrechungen der Lieferketten geben werde.

Markus schilderte eindrücklich die Lage in der Ukraine. Die Sorgen um Mitarbeiter seien sehr groß, er habe täglich Kontakt. Sie gingen nachts in Keller und stellten sich morgens oder tagsüber in die Schlange, um Essen zu kaufen oder Medikamente. Die Kammer arbeite trotzdem weiter.

In der vergangenen Woche, als der Krieg schon lief, hätten immer noch einige Unternehmen produziert, sagte Markus. Er vermute, es seien aber immer weniger. „In der Regel fahren sie dann die Produktion runter, frieren ihre Unternehmen ein. Da ist dann nur noch der Wachschutz, der die Unternehmen beschützt.“

Habeck betonte, die deutsche Wirtschaft kümmere sich mit großer persönlicher Verantwortung um ihre Mitarbeiter vor Ort, versuche, sie rauszuholen und helfe bestmöglich jenen, die sich zum Bleiben entschieden.

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Der DIHK blickt nicht nur in die Ukraine, sondern auch nach Russland. Im vergangenen Jahr stieg das deutsche Handelsvolumen mit Russland um mehr als 34 Prozent auf knapp 60 Milliarden Euro. In diesem Jahr dürfte es drastisch einbrechen, sagte Treier. Die Wirtschaft unterstütze die umfangreichen westlichen Sanktionen gegen Russland. Diese kämen einem „Vollembargo“ gleich. Doch die Kosten sind hoch: Rund 250 000 Stellen bei Unternehmen in Deutschland hingen von Exporten nach Russland ab.

Immer mehr Firmen liefern gar nicht mehr nach Russland oder stellen Verkäufe dort ein. Am Donnerstag gab Volkswagen bekannt, sein Russland-Geschäft auszusetzen. „Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs hat der Konzernvorstand entschieden, die Produktion von Fahrzeugen in Russland bis auf weiteres einzustellen“, hieß es aus Wolfsburg. VW betreibt in Kaluga südwestlich von Moskau und im weiter östlich gelegenen Nischni Nowgorod eine eigene Autofertigung. Auch Exporte der größten europäischen Autogruppe nach Russland würden „mit sofortiger Wirkung gestoppt“. Auch Mercedes-Benz hatte seine Exporte nach Russland sowie die Fertigung dort eingestellt.

In Deutschland führen die Kriegshandlungen Russlands zu Produktionsstopps in Autofabriken etwa von BMW und VW. Der Grund: die Produktion in Zulieferbetrieben in der Ukraine ist ausgefallen, deswegen fehlen Kabelbäume.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet außerdem mit einer Knappheit und einem Preisanstieg bei Rohmaterialien. Dies betreffe vor allem die Rohstoffe Neongas, Palladium und Nickel. Bei Neongas sei die Ukraine einer wichtigsten Lieferanten. „Wir erwarten Auswirkungen auf die europäische Halbleiterproduktion, da Chips bereits jetzt Mangelware sind“, so der VDA. Zum anderen könnte Palladium aus Russland für Katalysatoren fehlen. Ein wichtiger Rohstoff zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien sei Nickel, Russland ein wichtiges Förderland für Nickelerz: „Damit ist dieser Rohstoff unersetzbar für den Hochlauf der Elektromobilität.“

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Der Lufthansa-Konzern stimmte seine Kunden am Donnerstag auf steigende Ticketpreise ein. Wichtige Treiber seien der Ölpreis sowie steigende Gebühren an Flughäfen und bei den Flugsicherungen, sagte Finanzvorstand Remco Steenbergen in Frankfurt. Man rechne aber damit, dass Konkurrenten stärker getroffen würden als die Lufthansa. (dpa/dmz/hl)

Die Hamburgerin Herdis Lüke hat die Deutsche Mexiko-Zeitung 2011 wieder gegründet. Die erste DMZ wurde 1976 von ihrem Landsmann Klaus Ellrodt ins Leben gerufen und nach ein paar Monaten wieder begraben. Herdis Lüke ist Vollblut-Journalistin, in Deutschland ausgebildet und mit Stationen in Düsseldorf, Mexiko-Stadt – u. A. bei der Tageszeitung Excélsior -, danach Hamburg, wo sie mehrere Jahre bei der Deutschen Presse-Agentur tätig war, und seit 2006 wieder Mexiko. 2011 hat sie ihren Traum erfüllt und die zweite Deutsche Mexiko-Zeitung aus der Taufe gehoben. Als freie Journalistin hat sie für mehrere Medien in Deutschland geschrieben und ist Autorin mehrerer Bücher, darunter ein Premium-Mexiko-Reiseführer. Auf sie ist das erste Online-Reisemagazin über Mexiko für den deutschsprachigen Markt zurückzuführen (2001), die Mexiko-Travelnews (bis 2013).

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